zurück
kern.GESUND / Ratgeber
Gehirn 950x500 strong Sprechen und gehen lernen nach schwerer Krankheit strong
©andreaobzerova/stock.adobe.com
Was unser Gehirn leistet

Sprechen und gehen lernen nach schwerer Krankheit

Time is Brain – so lautet die Devise. Denn ist unser Gehirn für drei Minuten mit Sauerstoff unterversorgt, so sterben bereits Gehirnzellen ab. Das Dramatische dabei ist, dass sie nicht nachwachsen. Die gute Nachricht: Unser Gehirn ist ein Hochleistungsapparat, der trainierbar ist. Lesen Sie jetzt mehr über das menschliche Gehirn und seine erstaunlichen Fähigkeiten.

Gute Blutzirkulation ist wichtig für das menschliche Gehirn

Achten Sie auf Ihren Blutkreislauf! Denn wer sich körperlich fit hält, tut damit gleichzeitig seinem Gehirn etwas Gutes. So ist ein gesunder Blutfluss die Basis für ein intaktes Nervensystem. Ist dieser durch eine verstopfte Arterie blockiert, kann ein sogenannter ischämischer Schlaganfall entstehen. Eine geplatzte Arterie führt zu einem hämorrhagischen Schlaganfall. Doch ein Schädel-Hirn-Trauma, das beispielsweise durch einen Unfall verursacht wird, kann natürlich niemand vorhersehen. 

Ajax loader strong Sprechen und gehen lernen nach schwerer Krankheit strong

Neuroplastizität des Gehirns kann Defizite ausgleichen

Schäden am Gehirn können neurologische Erkrankungen verursachen. So kommt es vor, dass Patienten Familienmitglieder nicht mehr erkennen oder plötzliche Gefühlsausbrüche erleben. Auch Lähmungen treten auf. Ist die linke Gehirnhälfte verletzt, kann dies zu Sprachverlust führen. Bei einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma profitieren wir allerdings von der sogenannten Neuroplastizität unseres Denkorgans. Es kann sich auch nach einer Schädigung neu- und umstrukturieren. 

Das menschliche Gehirn ist eine Schaltzentrale 

100 Milliarden Nervenzellen sind durch 100 Billionen Nervenverbindungsstellen (Synapsen) miteinander verknüpft.

Gesangstherapie als Schlüssel zur Sprache

Es ist ein mühseliger Weg, der Patienten einiges abverlangt. Aber mittlerweile gibt es erfolgreiche Therapien und Behandlungsmethoden bei Gehirnschäden. Zahlreiche Studien belegen beispielsweise, dass Schlaganfallpatienten Worte besser singen als sprechen können. Der Grund dafür: Musik- und Rhythmusempfinden sind in der rechten Gehirnhälfte verankert, nicht in der linken, wo das Sprachzentrum sitzt. So kann eine Gesangstherapie Betroffenen helfen, ihre Sprachfähigkeiten wiederzuerlangen.

Individuelle Reha-Maßnahmen fördern die Gesundung

Ähnliches gilt für Einschränkungen des Bewegungsapparates. Eine umfassende und individuell zugeschnittene Rehabilitation des Patienten kann ihn zurück ins Leben bringen. Meist geschieht dies in einer Reha-Klinik mithilfe von Physiotherapie, Logopädie, Psychotherapie und anderen Therapieformen. Vom Beatmungsgerät auf der Intensivstation schaffen es auf diese Weise viele Patienten zurück in den Bürosessel. Das Phänomen der Neuroplastizität unseres Gehirns macht es möglich. 

Expertentipp für Büroangestellte: Der richtige Stuhl ist gut fürs Gehirn!

Doch nicht nur nach einer Reha sind Hilfsmittel und ergonomisch angepasste Möbel von Vorteil – auch in der Prävention. Fredrik Börges ist Geschäftsführer der Firma Börges – Haus für gesundes Sitzen. Er hat einen Experten-Tipp für Menschen, die am Schreibtisch arbeiten: „Wichtig ist generell, auf die Schwachstellen des Körpers zu achten. Besonders am Arbeitsplatz. Bei schlechten ergonomischen Voraussetzungen leidet nicht nur der Körper, sondern auch der Output, also das Arbeitsergebnis. 

Prävention für das menschliche Gehirn

Die Leistungsfähigkeit des Menschen sinkt nämlich bei wenig Bewegung und unkomfortabler Haltung während der Arbeit. Schlechte Durchblutung und zu wenig Sauerstoff im Gehirn tun ein Übriges, um einen Arbeitstag nicht nur unangenehm, sondern auch wenig effektiv werden zu lassen. Ergonomisches Sitzmobiliar wirkt präventiv.“


Weitere Artikel