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Physiotherapie 950x500 Therapie durch Bewegung
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Kleine Schritte mit großer Wirkung

Therapie durch Bewegung 

Unfälle und Krankheiten können uns körperlich komplett aus der Bahn werfen. Einfache Tätigkeiten im Alltag erscheinen plötzlich als unlösbare Aufgaben. Mit einer Bewegungstherapie beginnt dann die Rückkehr in ein normales Leben – Schritt für Schritt.

Bewegungstherapie – Schmerzen lindern und Muskeln stärken 

Bewegung ist der Hauptbestandteil einer Physiotherapie. Ziel ist es dabei, Schmerzen abzubauen und betroffene Muskelgruppen präzise zu stärken. Dabei wird die Belastung in der Bewegungstherapie vorsichtig gesteigert. Zum Beispiel nach einem Kreuzbandriss: Erst bewegt nur der Therapeut das Bein des Patienten. So aktiviert er die Muskeln und baut schmerzende Schwellungen ab. 

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Patienten arbeiten aktiv mit 

Nach und nach wird das Bein beweglicher. Dann folgt der aktive Teil der Bewegungstherapie: Der Patient kann das Knie wieder selbst belasten und durch individuelles Training langsam Muskeln aufbauen. Außerdem lernt er Übungen, die er in seinen Alltag integrieren kann. Nach etwa vier Wochen Bewegungstherapie ist das Gehen meistens wieder ohne Hilfsmittel möglich.

Physiotherapie fördert neben der Beweglichkeit auch Durchblutung, Atmung, Stoffwechsel und die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems. Deshalb wird sie oft bei Herzerkrankungen, Diabetes oder Krebs verordnet.

Bewegungstherapie – Übungen für den Alltag

Auch bei der Ergotherapie spielt Bewegung eine tragende Rolle. Ergotherapie zielt darauf, Menschen mit gestörten Verbindungen zwischen Nervensystem und Bewegungsapparat ihren Alltag wieder selbstständig bewältigen zu lassen – etwa nach einem Schlaganfall, Unfall oder bei Krankheiten und Behinderungen.

Wahrnehmung schulen

Ergotherapeuten üben mit ihren Patienten – je nach Situation – zum Beispiel Alltagsfähigkeiten wie das Anziehen von Schuhen oder das Kochen. Dazu kommt das Training von Bewegungsabläufen und Wahrnehmung. Zum Aufgabenfeld dieser Bewegungstherapie gehört auch die Anpassung der Wohnung oder des Arbeitsplatzes sowie Hilfe bei der richtigen Nutzung von Rollatoren oder Prothesen.

Häufig keine ambulanten Behandlungen mehr notwendig 

Physiotherapie und Ergotherapie gehen Hand in Hand mit der Bewegung. Sie ergänzen einander und werden oft parallel verordnet. Am häufigsten werden in Deutschland Physio- oder Ergotherapie bei Erkrankungen von Muskeln, Skelett und Bindegewebe verordnet. Darauf entfielen laut deutscher Rentenversicherung 2020 bei Frauen 75 und bei Männern 67 Prozent der ambulanten Behandlungen.


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