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Legasthenie 950x500 Legasthenie wenn Lesen und Schreiben schwerf llt
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Gefangen im Buchstaben-Dschungel

Legasthenie – wenn Lesen und Schreiben schwerfällt  

Wenn Kinder massive Probleme beim Lesen und Schreiben haben, kann der Grund dafür eine Legasthenie sein – also eine Lese-Rechtschreibstörung. Was genau es damit auf sich hat und wie Sie Ihrem Nachwuchs helfend zur Seite stehen können, erfahren Sie hier.  

Was ist Legasthenie? 

Eine Lese-Rechtschreibstörung ist eine schulische Entwicklungsstörung. Das sind früh beginnende und zumeist chronisch verlaufende Lernstörungen, die sich auf die Entwicklung der betroffenen Kinder auswirken. Die Diagnose der Legasthenie sagt aus, dass bestimmte Lernschritte beim Lesen und Schreiben nicht richtig oder auch gar nicht vollzogen

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wurden.  

Auch Erwachsene können daran leiden 

Eine Legasthenie verwächst sich nicht – wenn die fehlenden Lernschritte nicht nachgeholt werden, bleiben die Beschwerden auch im Erwachsenenalter bestehen. Dass eine Legasthenie nicht bemerkt wird, kann verschiedene Ursachen haben. Unter anderem werden nicht immer die Symptome erkannt. Rechtschreibung hat heutzutage in der Deutschnote nur einen geringen Anteil. Es kann also sein, dass das Kind beim Lesen und Schreiben unsicher ist und trotzdem eine gute Note in Deutsch hat. Die Schwierigkeiten werden so nicht in ihrer vollen Tragweite erkannt.  

Wie kann man eine Legasthenie erkennen? 

Alle Kinder, die Lesen und Schreiben lernen, machen anfangs ähnliche Fehler in verschiedenem Ausmaß. Mit der Zeit nehmen die Schwierigkeiten aber ab – Kinder mit einer Legasthenie allerdings machen die Fehler sehr viel häufiger und auch über eine längere Zeit. 

  

Beim Lesen können an Legasthenie erkrankte Kinder folgende Anzeichen zeigen:  

  • Buchstaben werden als Einzellaute gelesen  
  • Niedrige Lesegeschwindigkeit 
  • Verlieren der Zeile im Text  
  • Auslassen, Vertauschen oder Hinzufügen von Silben, Buchstaben oder Wörtern  
  • Raten von Wörtern  
  • Monotones Vortragen  
  • Schwierigkeiten, den Inhalt des gelesenen Textes wiederzugeben  

Beim Schreiben können bei betroffenen Kindern diese Dinge auffällig werden: 

  • Schwierigkeit beim Schreiben 
  • Verwechslung von formähnlichen Buchstaben und klangähnlicher Laute  
  • Vertauschen und Auslassen von Buchstaben, Wörtern und Silben  
  • Fehlerhafte Dehnung, Schärfung oder Dopplung  
  • Viele Fehler bei Diktaten oder beim Abschreiben von Texten  
  • Häufig eine unleserliche Handschrift  
  • Oft viele Fehler in Grammatik und der Zeichensetzung  

Wie wird eine Legasthenie behandelt? 

Eine Lese-Rechtschreibstörung ist in der Regel nicht heilbar. Aber mit Hilfe einer gezielten und frühen Förderung können die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben deutlich abnehmen. Eine solche Therapie dauert meist ein bis zwei Jahre, je nach Schwere der Symptome. Geduld ist hier das wichtigste: Schnelle Fortschritte über Nacht gibt es nicht. Bei einer gezielten Förderung können die Beschwerden aber gut therapiert und richtig angegangen werden.  


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