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Kleines Blutbild leicht erklärt

Teil 1: Was sagen uns die Werte? Erythrozyten und Leukozyten

Ob bei Vorsorge-Untersuchungen, vor Operationen oder bei Verdacht auf bestimmte Krankheiten: Das kleine Blutbild ist ein wichtiger Baustein der Diagnose. Es ermöglicht Einblicke in die Zusammensetzung des Blutes. 

Alle zwei Jahre kleines Blutbild machen

„Bei Erwachsenen sollte alle zwei Jahre ein kleines Blutbild gemacht werden“, erläutert Dr. med. Oliver Herden-Kirchhoff, Ärztlicher Direktor im AMEOS Klinikum Am Bürgerpark Bremerhaven. Diese Vorsorge-Untersuchung lässt Rückschlüsse auf die persönliche Gesundheit zu und wird von den Krankenkassen unterstützt. 

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Blut auf einzelne Bestandteile geprüft

Nach der Blutabnahme wird die Probe im Labor auf die Anzahl einzelner Bestandteile überprüft. Diese wird dann mit Referenzwerten abgeglichen. AMEOS arbeitet dafür mit einem hochspezialisierten externen Anbieter zusammen. Die Ergebnisse der Analyse erscheinen sofort im digitalen Informationssystem der Kliniken. Bei Nofällen werden Blutproben auch direkt auf den Stationen ausgewertet.

Im kleinen Blutbild werden acht Werte untersucht:

  • Erythrozyten
  • Leukozyten
  • Thrombozyten
  • Hämoglobin
  • Hämatokrit
  • MCH (Hämoglobin-Menge)
  • MCV (Durchschnitt des Erythrozyten-Volumens)
  • MCHC (Durchschnitt der Hämoglobin-Konzentration)

Natürliche Schwankungen im Blutbild

Wenn einzelne Werte außerhalb des Referenzbereichs liegen, muss das kein Grund zur Sorge sein: „Abweichungen von den Standardwerten heißen nicht gleich, dass ein Mensch krank ist“, hebt der Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin hervor. Genau einordnen lassen sich die Ergebnisse in Rücksprache mit dem Arzt oder durch weitere Untersuchungen. Von Mensch zu Mensch fallen die Werte unterschiedlich aus. Abweichungen können aber Anhaltspunkte für Erkrankungen oder Störungen sein.

Ursachen für Blutarmut

Dr. Herden-Kirchhoff erklärt das anhand von Erythrozyten, den roten Blutkörperchen. „Viele Menschen haben zu wenig davon. Das nennt man dann Blutarmut oder Anämie.“ Blutarmut kann unterschiedliche Ursachen haben: „Die häufigste Anämie ist die Eisenmangel-Anämie. Rote Blutkörperchen können nicht gebildet werden, weil im Körper Eisen als Baustoff fehlt“, sagt Dr. Herden-Kirchhoff. Eisenmangel lässt sich zum Beispiel über die Ernährung oder Präparate ausgleichen.

Anzeichen für Infektion

Die Hauptaufgabe der weißen Blutkörperchen, Leukozyten genannt, ist die Abwehr von Krankheiten. „Wenn wir eine Infektion im Körper haben, bildet das Immunsystem sehr schnell sehr viele Leukozyten“, erläutert der Chefarzt. Ein erhöhter Wert kann deshalb auf akute oder chronische Entzündungen hinweisen. Werden zu wenig oder zu viel rote und weiße Blutkörperchen produziert, ist außerdem eine Erkrankung des blutbildenden Systems eine mögliche Ursache.

Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

  • Normalwert: 4.000 bis 10.000 Zellen pro Mikroliter
  • Über Normalwert: Möglicher Hinweis auf Infektionskrankheiten, Tumorerkrankungen
  • Unter Normalwert: Mögliches Zeichen für Erkrankungen des blutbildenden Systems

Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

  • Normalwert: Bei Männern 4,8 bis 5,9 Millionen pro Mikroliter (Tausendstel eines Milliliters); Bei Frauen 4,3 bis 5,2 Millionen pro Mikroliter
  • Über Normalwert: Mögliches Zeichen für Tumore oder verschiedene Lungen- und Herzkrankheiten
  • Unter Normalwert: Mögliche Blutarmut (Anämie). Eisenmangel ist die häufigste Ursache


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