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Wenn der Hals weh tut

Was dann hilft – die besten Tipps

Jeder kennt sie, keiner braucht sie: Halsschmerzen sind für viele Menschen ebenso verlässliche wie leidige Jahresbegleiter. Manchmal ist es mit Tee, Wärme und Schonung getan. Nicht selten aber sind Schluckbeschwerden, Hustenreiz, Heiserkeit und das Kratzen im Hals Vorboten oder Begleiterscheinungen einer tiefergehenden Erkrankung. Vorweg: Den Halsschmerz gibt es nicht – Halsschmerzen sind Symptom verschiedener Erkrankungen. Oft sind Entzündungen im Hals-Rachen-Bereich ursächlich, meist durch Viren verursacht. Manchmal wurde aber auch die Stimme beim lautstarken Mitsingen im Konzert oder Fußballstadion schlicht überfordert.

Viele Hilfsmittel

Wenn es draußen kälter wird, werden Halsschmerzen zum gefühlten Volksleiden: Wer die ersten Symptome spürt, den treibt es schnell zum Hausarzt oder in die Apotheke seines Vertrauens – die dortigen Gesundheitsexperten helfen gerne dabei, aus dem Dschungel an Gurgellösungen, Sprays, Halstabletten und dergleichen das zum individuellen Beschwerdebild Passende zu finden. Ziel der Behandlung sollte die Linderung der Symptome und die Unterstützung des Immunsystems sein. Und bitte vergessen Sie nicht, dass der Körper, wenn das Immunsystem angegriffen wird, jede Menge Ruhe braucht.

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halsschmerzen oder mehr?

Der Hausarzt wird nach begleitenden Beschwerden fragen. Klagen Patienten neben dem Halsschmerz und dem beschwerlichen Schlucken auch über Abgeschlagenheit, Kopf- und Glieder- oder Ohrenschmerzen, spricht dies für einen Virusinfekt, die so genannte Erkältung. Und manche Beschwerden, als deren Symptome sich Halsschmerzen zeigen, sollten ärztlich begutachtet und behandelt werden: „Bei Halsschmerzen ist beispielsweise auch eine Rachenentzündung denkbar, eine sogenannte Seitenstrang-Angina, bei der die seitlichen Lymphbahnen in Mitleidenschaft gezogen sind. Auslöser sind oftmals auch Bakterien. Da reicht es dann oft nicht aus, nur die Schleimhaut im Rachen zu betäuben“, sagt Privatdozent Dr. med. Jörg Ebmeyer, Chefarzt der HNO-Klinik am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide.

pflanzenkraft nicht unterschätzen

Oft lässt sich bei Beschwerden mit den Kräften der Natur ein gleichwertiger Heilungserfolg wie mit Medikamenten herbeiführen. Wenn man so Medikamente „sparen“ kann, ist das immer eine gute Idee. Nicht nur für Kinder sind diese Hilfsmittel oft geeigneter. Auch Schwangere finden in der Naturmedizin oft bessere Unterstützung, denn viele Wirkstoffe sind mit Blick auf das Neugeborene nicht sinnvoll oder schlicht nicht zugelassen. Je nach Beschwerden haben sich Isländisch Moos, Kapuzinerkresse, Schwarzer Holunder, Eisenkraut, Gelber Enzian, der Extrakt aus der Primelwurzel oder die Heilkraft der Malve bewährt. Sei es als Tee oder als Lutschbonbon.

hausmittel unterstützen

Ein wenig in Vergessenheit geraten, aber trotzdem vielfach erstaunlich wirksam, sind die guten alten Hausmittel: Bei Halsschmerzen ist oftmals eine „heiße Zitrone“ gut wirksam. Pressen Sie eine ganze Zitrone aus, geben Sie heißes Wasser und einen Teelöffel Honig dazu – gerne sehr heiß genießen.

Als wohltuend erweist sich ebenfalls oftmals der klassische Halswickel. Für die warme Variante werden heiße Zwiebeln, gekochte Kartoffeln und Tee auf ein Leinentuch verteilt. Ein zweites, darum geschlagenes Tuch schützt den Patienten vor Verbrennungen. Damit lassen sich gute Erfolge bei der Schleimlösung erzielen. Die kalte Wickel-Option hilft am besten gegen Schluckbeschwerden und ist in der Vorbereitung noch simpler. Einfach ein Tuch in kaltem Wasser tränken und dieses um den Hals wickeln – fertig.

abwehrkräfte stärken

Als gute Ergänzung empfiehlt sich, bei Halsbeschwerden zum Schal zu greifen und allgemein Wärme zu suchen. Damit wird die Abwehrkraft des Körpers stimuliert, die Gefäße weiten sich und die verbesserte Durchblutung regt den Stoffwechsel an – am Ende stärkt all dies die Infekt-Abwehr. Der gute Rat lieber Menschen „viel trinken“ kann gar nicht deutlich genug betont werden: Warme Getränke wie Tees (zum Beispiel aus Kräutern), heiß aufgegossene Ingwer-Scheiben oder auch eine Brühe halten die Schleimhäute feucht und sorgen gleichzeitig dafür, dass etwaige Krankheitserreger im wahrsten Wortsinn keinen Halt machen. Auch das Lutschen von Bonbons nützt den Schleimhäuten und hält diese feucht und flexibel: Wer dabei zu Pfefferminz oder Salbei greift, kann nicht nur die Schmerzen im Hals wirksam bekämpfen, sondern auch etwas gegen die Krankheitserreger tun.

Mit Halsschmerzen zum Arzt?

Wer seinen Körper kennt, weiß in aller Regel, wann es Zeit ist, sich in ärztliche Hände zu begeben. Als Faustregel gilt: Sind die Halsschmerzen ausgeprägt oder mit anhaltenden Kopf- oder Ohrenschmerzen verbunden, die auch nach ein paar Tagen nicht verschwunden sind oder sich gar verschlimmern, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Am Ende noch ein wichtiger Tipp von Dr. Ebmeyer: „Wer sich beizeiten zurückzieht, zur Ruhe kommt und seinem Schlafbedürfnis nachgibt, hilft seinem Körper, alle verfügbaren Ressourcen für die Genesung einzusetzen. Schlafen ist manchmal die beste Medizin und in jedem Fall liegt in der Ruhe die Kraft für den gestressten Körper.“


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