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Grüner vs. Grauer Star

Das Auge ist ein natürliches Wunderwerk: Unser Sehsinn versorgt uns mit rund 80 Prozent aller Informationen aus der Umwelt. Diese verarbeiten wir dann im Gehirn. Mit bloßem Auge können wir außerdem etwa 150 Farbtöne unterscheiden. Doch was, wenn das Auge nicht mehr so funktioniert, wie es soll? Beim Grünen und Grauen Star handelt es sich um Augenerkrankungen, die die Sehfähigkeit beeinträchtigen. Wie sich beide Erkrankungen äußern, erfahren Sie jetzt hier.  

Innendruck stabilisiert Auge  

Das menschliche Auge bedarf eines gewissen Drucks, damit es nicht in sich zusammenfällt. So behält es die runde Form, die wichtig für optimales Sehen ist. Der Augeninnendruck ist also maßgeblich für die stabile Form des Auges. Dieser Druck wird im Wesentlichen durch das sogenannte Kammerwasser aufrechterhalten. Die Flüssigkeit versorgt außerdem Linse, Regenbogen- und Hornhaut mit wichtigen Nährstoffen.  

Anstieg des Augeninnendrucks schädigt den Sehnerv  

Normalerweise wird vom Auge so viel Kammerwasser nachproduziert, wie auch abfließt. Es herrscht also ein Gleichgewicht. Problematisch wird es, wenn der Abfluss nicht mehr richtig oder gar nicht mehr funktioniert und zu viel Flüssigkeit produziert wird. Das kann zu einem Anstieg des Augeninnendrucks führen. Ob der Sehnerv dann einen Schaden nimmt, ist abhängig von der Widerstandsfähigkeit des Sehnervs.  

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Augenerkrankungen: Grüner Star 

Das sogenannte Glaukom, auch Grüner Star genannt, gehört zu den Augenkrankheiten, die eine Schädigung des Sehnervs zur Folge haben. Zusätzlich kommt es bei dieser Erkrankung zur Einschränkung des Gesichtsfeldes. Dabei handelt es sich um den Bereich, den Sie sehen, ohne die Augen oder den Kopf zu bewegen. Im späteren Verlauf des Grünen Stars nimmt zusätzlich die Sehschärfe ab. Grundsätzlich wird in zwei Formen unterschieden: Einerseits in das Offenwinkelglaukom und andererseits in das Engwinkelglaukom.  

Blinde Flecken beim Grünen Star  

Typische Symptome des Offenwinkelglaukoms sind Einschränkungen des Sehbereichs sowie blinde Flecken am Rand des Gesichtsfeldes. Zu Beginn der Erkrankung wird das zentrale Sehen zunächst nicht beeinträchtigt. Die Begrenzung des Sichtfeldes fällt meist nicht direkt auf. Und auch die blinden Stellen nehmen häufig erst nach einigen Jahren zu. Betroffenen fällt es zunehmend schwer, sich im Alltag zu orientieren.  

Augenerkrankungen – Probleme beim Autofahren 

Gerade beim Autofahren treten früher oder später Probleme auf: Hindernisse und andere Verkehrsteilnehmer, die sich geradeaus befinden, können gut erkannt werden – an der Seite befindliche hingegen kaum oder gar nicht. Ein überholendes Auto oder Motorrad wird möglicherweise zu spät wahrgenommen. Die Unfallgefahr steigt an. Außerdem kann es Schwierigkeiten bei der Anpassung an verschiedene Lichtverhältnisse geben. Zum Beispiel beim Betreten eines dunklen Hausflurs.  

Abfluss des Kammerwassers blockiert  

Beim Engwinkelglaukom kann es zu einem sogenannten Glaukomanfall kommen. Dies passiert, wenn der Abfluss des Kammerwassers plötzlich vollständig blockiert ist. Dann tritt eine starke und rasche Erhöhung des Augeninnendrucks auf und führt zu einer akuten Sehstörung. Signifikant dafür sind Augenrötung, heftige Augen- und Kopfschmerzen und Übelkeit. Ein Glaukom ist nicht heilbar. Die bereits entstandenen Schäden am Auge können nicht rückgängig gemacht werden. Zur Senkung des Augeninnendrucks werden in der Regel Augentropfen eingesetzt. Wenn Medikamente im späteren Verlauf nicht mehr ausreichend sind, kann außerdem eine Operation beziehungsweise ein Lasereingriff notwendig sein.  

Augenerkrankungen: Grauer Star 

Der Graue Star hingegen ist eine Augenerkrankung, bei der sich die Linse eintrübt. Dadurch lässt das Sehvermögen nach und es fällt Betroffenen schwerer, Details zu erkennen. Der Krankheitsverlauf ist abhängig von der Art des Katarakts. Manchmal haben Erkrankte nur leichte Seheinschränkungen. Andere wiederrum verlieren rasch ihr Sehvermögen.  

Grauer Altersstar trübt Linse  

Den Namen hat die Erkrankung aufgrund der Graufärbung der Linse und des starren Blicks, den die Betroffenen bekommen. Üblicherweise tritt der Graue Star erst in der zweiten Lebenshälfte bei Menschen über 50 Jahren auf. Etwa 90 Prozent der Betroffenen leiden unter dem sogenannten Grauen Altersstar. Das bedeutet, dass sich die Linsen durch den Alterungsprozess trüben. Die Aufgabe der Linsen ist, das einfallende Licht zu bündeln und für ein klares Bild auf der Netzhaut zu sorgen. 

Augenerkrankungen – Nebel vor den Augen  

Ein Symptom dieser Augenerkrankung ist der schleichende Verlust der Sehkraft. Betroffene empfinden keine Schmerzen oder Augenbrennen. Sie blicken lediglich wie durch eine Art Schleier und sehen unscharf. Mit der Zeit verschwimmen auch Farben und Kontraste. Gerade beim Autofahren strengt das Sehen dann besonders an – vor allem nachts. Auch das räumliche Sehen kann beim Grauen Star beeinträchtigt sein. So steigt unter anderem das Risiko für Stürze.  

Augenerkrankungen: Erblindung ohne Behandlung  

Beim Grauen Star treten zuweilen unerwartete Symptome auf. So kann es beispielsweise sein, dass Brillenträger kurzzeitig ohne Brille besser sehen können. Das liegt an einer veränderten Brechkraft des Auges. Grundsätzlich werden Betroffene immer kurzsichtiger. Das erklärt das Phänomen, dass eigentlich weitsichtige Patienten kurzzeitig ohne Brille scharf sehen können. Die Sehkraft wird beim Grauen Star nach und nach immer trüber und nimmt stetig ab. Ohne eine Behandlung kann eine Erblindung die Folge sein. Auf lange Sicht ist das einzig erfolgreiche Verfahren gegen den Grauen Star eine Operation. Dabei wird die eingetrübte Linse entfernt und gegen eine neue künstliche ausgetauscht.  

Augenerkrankungen vorbeugen: regelmäßige Kontrolle  

Gibt es in Ihrer näheren Verwandtschaft eine Vorbelastung mit einem Glaukom, ist es ratsam zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Diese werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Es sei denn Sie sind an Diabetes erkrankt. Beim Grünen Star zählen außerdem Menschen mit einer Kurzsichtig ab minus fünf Dioptrien zur Risikogruppe. Ebenso wie Betroffene von Migräne oder Durchblutungsstörungen. Auch beim Grauen Star besteht ein erhöhtes Risiko durch eine Diabetes Erkrankung. Mit Rauchen und UV-Strahlung könnte ebenfalls eine Begünstigung dieser Augenerkrankung einhergehen. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem Augenarzt und fragen Sie nach Vorsorgeuntersuchungen.  


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