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Gesunde Nebenwirkungen

Corona – Positive Folgen der Pandemie

Das Coronavirus hat unser Leben grundlegend verändert. Masken und neue Hygieneregeln sind Teil des Alltags unter Corona geworden. Der Schutz der Gesundheit ist während der Pandemie in den Fokus gerückt. Außerdem haben sich neue Arbeitsformen etabliert. Bei allen negativen Aspekten hat Corona auch positive Folgen ausgelöst.

Am offensichtlichsten zeigen sich die Auswirkungen wohl bei der Übertragung von Infektionskrankheiten. So ist die Grippewelle im Winter 2020/21 beinahe komplett ausgeblieben. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete gerade einmal 564 bestätigte Fälle der Influenza – im Vorjahr waren es mehr als 186.000. Einen maßgeblichen Einfluss auf den Rückgang hatten die COVID-Schutzmaßnahmen: Das Tragen von Mundschutz, das Einhalten von Abständen und das regelmäßige Desinfizieren der Hände hindert auch andere Krankheiten an der Übertragung.

Mehr als 40 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, nach Ende von Corona-Auflagen zum Schutz vor Krankheiten in bestimmten Situationen eine Maske zu tragen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Civey hervor. 50 bis 95 Prozent aller ansteckenden Schwebeteilchen filtert ein entsprechender Mund-Nase-Schutz aus der Atemluft. In anderen Teilen der Welt – etwa Japan – tragen Menschen zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr ganz selbstverständlich Masken, wenn sie sich krank fühlen. So wollen sie es vermeiden, andere anzustecken.

Corona und die Positiven Folgen: GRIPPEWELLE BLEIBT AUS

Nicht nur in Deutschland blieb 2020/21 die Grippewelle aus. Auch in anderen europäischen Staaten ist sie laut RKI nicht messbar gewesen. Die Wissenschaftler befürchten allerdings, dass durch ausgebliebene Erkrankungen zu wenig Antikörper gebildet worden sind. Die nächste Grippewelle könnte daher umso stärker ausfallen. Der Kampf gegen Corona hat viele Menschen dazu gebracht, sich intensiv mit dem Thema Impfen zu befassen. So stieg das Interesse an Grippeimpfungen 2020 deutlich: Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung meldet für den Zeitraum zwischen März und Dezember 2020 rund 3,5 Millionen mehr Immunisierungen als im Vorjahreszeitraum.

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IMPFSCHUTZ BEI ANDEREN KRANKHEITEN durch positive Folgen von Corona

Spätestens alle zehn Jahre sollte der allgemeine Impfschutz geprüft beziehungsweise aufgefrischt werden. Das RKI geht davon aus, dass rund ein Viertel der Menschen zwischen 18 und 79 Jahren in Deutschland nicht mehr ausreichend gegen Tetanus geschützt ist. Nur rund die Hälfte habe noch einen genügenden Impfschutz gegen Diphterie. Bei der Auffrischung hilft der Hausarzt weiter. Ansteckungen mit Infektionskrankheiten blieben in den vergangenen Monaten auch deshalb aus, weil die Menschen sich durch die Auswirkungen von Corona weniger begegnet sind. Jeder zweite Arbeitnehmer hat laut der Deutschen Arbeitnehmerkammer (DAK) täglich oder regelmäßig von zu Hause gearbeitet. Neben der sinkenden Ansteckungsgefahr bringt das Home-Office einen weiteren Vorteil: Die Zahl der stark gestressten Arbeitnehmer ist nach Zahlen der DAK um 29 Prozent zurückgegangen.

HOME-OFFICE VERRINGERT STRESS

Das Home-Office bleibt nach dem Wegfall der Maßnahmen gegen Corona ein attraktives Arbeitsmodell. Der fehlende Arbeitsweg spart Stress und Zeit. Diese wird unter anderem in der Küche genutzt: 52 Prozent der Deutschen kochen seit der Pandemie täglich oder fast jeden Tag, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft berichtet. Das sind 13 Prozent mehr als 2020. Die Auswirkungen zeigen sich auch im Essverhalten: 76 Prozent der Befragten essen täglich Obst oder Gemüse – sechs Prozent mehr als im Jahr vor der Pandemie. Mit frischen Zutaten selbst kochen ist oft gesünder als Imbiss- oder Kantinenessen auf der Arbeit.Wie sich die Lage durch den Coronavirus auch entwickelt: Die Pandemie hat Spuren in unserem Alltag hinterlassen. Das dadurch ausgelöste Umdenken kann aber – zumindest teilweise – dauerhaft positive Auswirkungen haben.

SCHUTZ DURCH GRIPPE-IMPFUNG

Die Grippe-Impfung kann einen positiven Einfluss auf die Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus haben. Das fanden Forscher der Universität Miami in einer weltweiten Studie heraus. Bei Patienten ohne Grippeimpfung liegt demnach die Wahrscheinlichkeit, mit Corona auf der Intensivstation behandelt werden zu müssen, um bis zu 20 Prozent höher. Sogar um 58 Prozent wahrscheinlicher ist für sie ein Besuch der Notaufnahme. Die Gruppe ohne Grippe-Impfung erlitt in Folge der Infektion außerdem häufiger eine Blutvergiftung, eine Thrombose oder einen Schlaganfall. Das Sterberisiko veränderte sich allerdings nicht. Warum das Influenza-Vakzin COVID-Folgen verringert, ist bisher nicht belegt.


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